Wochen und Monate

January 28, 2018

 

Schreitvögel, z. B. Graureiher waren in den 1960er Jahren durch intensive Bejagung fast ausgerottet, Weißstörche werden erst heute wieder ansässig, Purpurreiher werden seltener, weil sie mit dem Graureiher verwechselt und bejagt werden oder ihre benötigten Habitate, überflutete Schilfbestände, durch sich immer mehr ausbreitende Freizeitnutzung zurückgedrängt werden. Der Graureiher steht zwar noch auf der Liste der bejagbaren Vögel, der Nabu fordert jedoch die Streichung aus dieser Liste, weil es keinen erkennbaren Grund zur Aufrechterhaltung gibt.

Schreitvögel haben ein herrliches Wesen, sie sind grazil und haben hoch interessante Bewegungsmuster, z. B. das Voranstellen ihrer Beine im Anflug. Meine Lieblinge unter den Schreitvögel sind Purpur- und Graureiher, wobei sie durch ihr Nahrungsrepertoire kein guten Ruf unter den Anglern, Fischwirten und Teichbesitzern genießen.

Im Frühjahr 2017 fing ich an, Schreitvögel in meiner direkten Umgebung zu suchen, um ein Fotoprojekt zu starten, das ich schon lange vorhatte: Graureiher und ihre Verhaltensweisen! Eine solche Location zu finden ist nicht so einfach.

 

Nach einigem Suchen, Informieren und Auskundschaften fand ich tatsächlich einen Platz, an dem zwei Graureiher regelmäßig auf Beute Ausschau hielten.

Nach einigen Tagen und Wochen des gegenseitigen Beobachtens und Kennenlernen wagte ich mich nach und nach etwas näher heran und stellte fest, dass der Reiher nicht viel Angst vor mir hatte. So folgten atemberaubende Stunden des Fotografierens.

Der Graureiher schienen eine Art von Vertrauen zu mir aufgebaut zu haben. Als ich urlaubsbedingt nicht mehr dort war und ich wieder hinging, war die Fluchtdistanz erneut größer. Nach regelmäßigen Besuchen konnte ich diese wieder auf ein gutes Maß verkürzen.

An einem Apriltag sah ich ihn am kleinen Tümpel und lief ganz vorsichtig in gebückter Haltung, halb gehend, halb in der Hocke langsam auf ihn zu. Er schien mich zu dulden.

Als sich nah genug herankam, legte ich mich auf den Boden und beobachtete ihn, er beäugte mich und lief weiter im Wasser und suchte nach Beute.

Er jagte, lief etwas nach hinten, jagte dort weiter und das alles direkt vor meinen Augen, es war

 

berührend und faszinierend zugleich das Verhalten so beobachten zu können. Er verringerte die Distanz und zeigte nach einer Weile sogar Neugier. Ich sah ihm direkt in die Augen, der Abstand nach der Skala auf dem Objektiv betrug etwa 6m. Als er dann seinen Kopf aufrichtete und er auf mich herabsah, das war schon ein ganz tolles Erlebnis.

Beim Graureiher faszinieren mich sein Jagdverhalten und anschließendes Säubern seines Schnabels, was er teilweise auch mit seiner Zunge bewerkstelligt und seine Aufmerksamkeit sowie Bewegungen, die mich gelegentlich an Fürsten (hochaufgestellt und sieht auf die anderen herab) oder aber auch an einen Diener (wenn er mit gesenktem Haupt durchs Wasser schreitet) erinnern.

An dieser Location entdecke ich immer wieder andere Stellen, an denen der Graureiher jagt, obwohl das Areal überschaubar ist und ich über Tage und Monate dort unterwegs bin, kommen immer wieder neue Lichtsituationen hinzu, in denen ich den Graureiher fotografieren kann.

Die Gänse und Enten habe ich ebenfalls dort. Wenn „No-Reiher-Day“ angesagt ist oder die Kormorane wieder fischen oder die Gänse in schönem Licht ihre Verhaltensweisen zeigen, liege ich ihnen auf der Lauer.

Meine Erlebnisse mit dem Grauen sind was Besonderes und die Erinnerungen daran erfreuen mich sehr. Aus diesem Grund, werde ich ihn dieses Jahr auch wieder oben auf meiner Liste haben! Ich freue mich jetzt schon auf weitere Erlebnisse am Teich.  

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